Lebensmittel im Abfalleimer

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Der Ausdruck Food Waste – oder zu Deutsch Essensverschwendung – ist heutzutage in aller Munde – und das nur zu Recht. Doch was ist Food Waste überhaupt?

Ein Blogbeitrag von Anna Baumann, Studentin Umweltingenieurswissenschaften 

 

Man hört es schon am Namen: Essen wird verschwendet. Lebensmittel, die wir nicht verarbeiten, weil wir beispielsweise zu viel eingekauft haben, werfen wird fort. Zu grosse Portionen im Restaurant werden in die Küche zurückgeschickt, wo sie im Abfalleimer landen. Die halb leere Colaflasche wird ausgeleert statt ausgetrunken. (Nicht essbare Teile von Lebensmitteln wie Karottenschalen oder Hühnchenknochen zählen selbstverständlich nicht dazu.)

Doch, als wäre das noch nicht schon genug Verschwendung, gibt es auch noch den Food Loss. Darunter fallen alle Lebensmittel, die schon weggeworfen werden, bevor sie unseren Teller überhaupt erreichen, also durch Aussortierung, Überproduktion, Transportverluste und die abgelaufenen Produkte im Laden.

All das liesse sich zu einem grossen Teil eigentlich vermeiden – und trotzdem wandern ein Drittel unserer Lebensmittel in der Schweiz in den Kübel. Zwei Drittel davon wären geniessbar gewesen. Das entspricht einem Verlust von etwa 190kg Essen pro Person pro Jahr. All das passiert, weil wir oft ohne Einkaufszettel oder mit Hunger einkaufen gehen, weil wir uns nur auf das Ablaufdatum statt auf unsere Augen und Nasen verlassen und natürlich, weil wir es uns leisten können.

Die Folgen von Food Waste und Food Loss sind dramatisch: Durch unseren verschwenderischen Lebensstil kreieren wir eine höhere Nachfrage, was bedeutet, dass in die Produktion von Essen, welches eh nur wieder weggeworfen wird, Unmengen an Land, Wasser und Geld fliesst. Gleichzeitig leiden 10.7% der Weltbevölkerung an den Folgen von Unterernährung (Stand 2016). Diese Überproduktion verursacht dabei eine erhöhte Menge an CO2-Emissionen, welches stark umweltschädlich ist.

Die Produkte mit den höchsten Umweltauswirkungen und somit diejenigen, welche die höchste Lösungspriorität haben, sind alle Arten von Fleisch und die meisten tierischen Produkte (Butter, Eier, Käse, Joghurt, usw.), getrocknete Früchte, Samen, Nüsse, Bananen und sonst alles, was mit dem Flugzeug eingeflogen wird. Insgesamt geht ein Drittel der Umweltbelastung, welche wir durch unseren Konsum verursachen, auf die Rechnung von Food Waste.

Ein weiteres, nicht zu ignorierendes Problem sind Grossverteiler von Lebensmitteln wie Coop und Migros. Denn obwohl sie sich aktiv gegen Food Waste einsetzen (Coop Ünique, Schweizer Tafel), sind die Lieferant*innen von Frischgemüse, also die Bäuer*innen, vertraglich dazu verpflichtet, eine gewisse Menge Produkt zu liefern, damit der Nachfrage standgehalten werden kann.

Zum Glück gibt es vier einfach zu befolgende Schritte, denen wir folgen können, um diese Katastrophe etwas zu verringern:

  • LOOK: Es ist wichtig, die eigenen Lebensmittel im Griff zu haben. Indem man regelmässig in den Kühlschrank, Gefrierer und Schrank schaut, kann man erkennen, welche Lebensmittel bald konsumiert werden sollen und kann darauf basierend die nächsten Mahlzeiten planen.
  • BUY: Mit einer Einkaufsliste können wir sicherstellen, dass wir nur das kaufen, was wir wirklich brauchen. Dabei bietet es sich an, wenn man Gemüse oder Früchte kauft, diejenigen zu nehmen, die einige Makel haben und sonst weggeworfen werden würden. Rabatte und Spezialangebote sollten dabei vermieden werden, da dort Dinge gekauft werden, die man eigentlich gar nicht braucht. Das spart Geld und ist gut für die Umwelt.
  • STORE: Ein grosser Teil von Food Waste hätte vermieden werden können, wenn die Lebensmittel nur richtig aufbewahrt worden wären. Fast Abgelaufenes kann man einfrieren und zum Zeitpunkt, an dem es gekocht werden soll, wieder auftauen. Praktische Tipps zur korrekten Aufbewahrung von Lebensmitteln findet ihr hier.
  • COOK: Zu viel gekocht? Kein Problem! Mit Resten können allerlei leckere Dinge gezaubert werden. Und denkt daran: Nur weil etwas abgelaufen ist oder traurig aussieht, heisst das noch lange nicht, dass es schlecht geworden ist.

Wenn wir uns alle zusammennehmen, können wir einen grossen Unterschied machen und sicherstellen, dass die Ressourcen dahin fliessen, wo es sie wirklich braucht. Retten wir unser Essen (und dabei die ganze Welt)!

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