Irr sein ist voll normal!

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Nadia Kuhn, Co-Präsidentin und Nationalratskandidatin JUSO Kanton Zürich

Um psychische Krankheiten herum ranken sich unzählige Mythen. So sei die Krankheit etwa ein Zeichen persönlicher Schwäche, und würde von alleine weggehen, wenn man nur die Zähne zusammenbeisse. Doch diese Sichtweise kann fatale Folgen haben, da sie den Betroffenen signalisiert, sie seien selber schuld an ihrem Zustand, und sie so noch mehr in ihre Isolation treiben kann.

Die Auswirkungen der Stigmatisierung sind massiv: Viele Betroffene haben Mühe bei der Arbeits- und Wohnungssuche, kämpfen mit Ausgrenzung und Mobbing. Studien haben sogar gezeigt, dass psychisch kranke Menschen wesentlich öfters Opfer von Gewaltverbrechen werden als psychisch Gesunde. In einer Gesellschaft, die ständige Leistung fordert, ist kein Platz für Schwäche. Das Korsett der Norm, das uns allen übergestülpt wird, wird täglich enger, und wer nicht hineinpasst, fällt.

Rund die Hälfte aller Menschen leiden einmal in ihrem Leben an einer psychischen Erkrankung, und trotzdem wird aus Scham immer noch nur hinter vorgehaltener Hand darüber gesprochen. Stigmatisierung verhindert, dass Menschen sich die Hilfe holen, die sie so dringend brauchen. Brechen wir also mit den Vorurteilen und der Ausgrenzung, denn psychische Krankheiten sind in erster Linie vor allem eines – normal. 

 

Falls es dir aktuell nicht gut geht und du jemanden brauchst, der oder die dir zuhört, findest du hier Unterstützung.

 

 

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