Für mehr Gutmenschen!

Ein Beitrag von Hannah Pfalzgraf, Kantonsratskandidatin im Bezirk Affoltern

Vor den letzten Kantonsratswahlen wurde ich bei einer Standaktion zum ersten Mal als Gutmensch beschimpft. Um ehrlich zu sein, war ich mir zuerst nicht sicher, ob ich gerade beschimpft werde. Der Abschätzige Ton und die herablassende Art wiesen darauf hin, ich konnte dem Wort Gutmensch irgendwie nichts Negatives abgewinnen. Auch heute verstehe ich noch nicht ganz, was schlecht daran sein soll, ein guter Mensch zu sein. Ich bin der Überzeugung, dass wir gerade in dieser Zeit, in der die Rechte in ganz Europa an Aufwind gewinnt, so viele Menschen auf der Flucht sind und die bürgerlichen Parteien die Schweizer Parlamente und Regierungen dominieren, mehr Gutmenschen brauchen.

Gutmenschen, die sehen, dass Menschen, die auf der Flucht über das Mittelmeer -aber auch über eine andere Route – ihr Leben verlieren nicht das Problem sind. Es sind in erster Linie Menschen, die alles zurücklassen mussten, in der Hoffnung ein Leben in Sicherheit zu finden. Ihre Heimat, ihre Familie, ihr soziales Umfeld, ihr ganzes Hab und Gut, weil die Flucht als einziger Ausweg blieb. Diese Menschen sind nicht das Problem. Das Problem sind die Konflikte und Kriege, die Konsequenzen aus den Jahrzehnten langen Machtspielen und Profitgier. Und die Schweiz verdient sich dabei auch noch eine goldene Nase. Doch auf der einen Seite Waffen exportieren und auf der anderen Seite die Augen vor den Konsequenzen zu verschliessen und jegliche Schuld abzuweisen, das ist nicht vertretbar.

Gutmenschen, die sich dafür einsetzen, dass Menschen die Unterstützung bekommen, die sie brauchen, beispielsweise durch die Invalidenversicherung oder Sozialhilfe. Niemand ist vor Schicksalsschlägen, schwierigen Umstände oder Unglück geschützt. Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist darauf angelegt, dass alle auf eine bestimmte Art und Weise funktionieren und in der Lage sind die nötigen Leistungen zu erbringen um darin zu bestehen. Aber Menschen sind nun mal verschieden. Und trotzdem müssen alle das Recht haben auf ein Leben in Würde. Denn das ist der Grundsatz von unserem Sozialstaat. Doch kein Grundsatz vom Sozialstaat ist, all diejenigen Menschen unter Generalverdacht zu stellen. Und privaten Personen, ohne irgendwelche Überprüfung, mehr Kompetenzen bei der Observation zu übertragen, als die Polizei besitzt.

Gutmenschen, die sich gegen den bürgerlichen Mainstream stellen. Die Parlamente müssen endlich wieder zur Vertretung der Bevölkerung werden und nicht wie die letzten vier Jahre zur Spielwiese von Grosskonzernen und den Superreichen verkommen. Die Politik der bürgerlichen Parteien dient weder den Interessen von Wenig- und Normalverdienenden Personen, noch ist sie in irgendeiner Weise Nachhaltig. Es ist an der Zeit, dem Abbau des Service Publics, den steigenden Wohnungspreisen und Krankenkassenprämien, den Abschottungsversuchen und der Verweigerung im Umweltschutz einen Riegel vorzuschieben.

Aus diesem Grund bin ich sicher, dass wir mehr Gutmenschen brauchen. In unserer Gesellschaft und auch in der Politik. Und darum bleibt mir zum Schluss nur noch eines zu sagen: JUSO’s auf der Liste 2 in den Kantonsrat wählen!

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